Standard-Desktophintergrund von Windows 10

Das passiert, wenn du Windows 10 nie aktivierst

Windows 10 ist nun mittlerweile mit Abstand das Betriebssystem mit den meisten Nutzern. Doch noch nie zuvor gab es eine derartig große Zahl an Rechnern ohne aktiviertem Windows. Doch was passiert eigentlich, wenn du Windows 10 nie aktivierst?

Muss ich Windows 10 aktivieren?

Die Tage, an denen eine Windows-Lizenz (oder eine gleichwertige, nicht ganz legale Lösung) unumgänglich war, sind lange vorbei. Schon Windows 7 konnte man (ab Service Pack 2) auch ohne Lizenz halbwegs komfortabel nutzen. Allerdings musste man unter anderem auf alle Updates verzichten, außer es handelte sich um kritische Sicherheitsupdates.

Mittlerweile sieht das aber anders aus: Eine Mehrheit der Nutzer würden Windows 10 auch ohne Lizenz als durchaus verwendbar bezeichnen. Doch wo genau liegen die Unterschiede zu einem aktivierten Windows?

  • Den offensichtlichsten Unterschied zu einem aktivierten Windows siehst du links unten auf deinem Bildschirm: Hier findest du gegebenenfalls ein Wasserzeichen, das dich zum Aktivieren von Windows auffordert.
  • Den selben Hinweis findest du auch, wenn du die Einstellungen öffnest. Ein klick auf diesen Hinweis bringt dich sofort auf die Seite zur Aktivierung.
  • Bei einem nicht aktivierten Windows kannst du außerdem keine Personalisierungseinstellungen vornehmen. Das betrifft alle Optionen, die du in den Einstellungen im Punkt „Personalisierung“ findest. Zum Beispiel kannst du über die Einstellungen keinen anderen Desktop-Hintergrund setzen.
    Das kannst du aber umgehen, indem du direkt im Explorer das gewünschte Hintergrundbild mit der rechten Maustaste anklickst und die Datei so als Desktophintergrund festlegst.
  • Wenn du ein Offline-Konto hast, kannst du es nicht umbenennen. Der Wechsel auf ein Online-Konto ist zwar möglich, das simple Umbenennen wird aber unterbunden.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass Microsoft es seinen Nutzern gemäß den Lizenzvereinbarungen untersagt, nicht lizenzierte Kopien von Windows zu verwenden. Das hat sich bis heute nicht geändert.

Windows 10-Keys aus Volumenlizenzen findest du online übrigens sehr günstig. Auf Amazon gibt es solche Keys regelmäßig um unter 10 Euro. Ob so billige Windows 10-Lizenzen erlaubt sind, erfährst du in einem anderen Artikel.

Einstellungen von Windows 10 - unten ist ersichtlich, dass Windows nicht aktiviert wurde

Warum geht Microsoft nicht härter vor?

Ob nun mit Lizenz oder ohne – Daten hinterlassen alle User. Und genau diese sammelt Microsoft mit wachsender Begeisterung. Um an viele Daten zu kommen, braucht man natürlich eine große Nutzerbasis.

Doch aus welchem Grund Microsoft Windows 10 so leicht „kostenlos“ nutzbar macht, kann keiner mit Sicherheit sagen. Eine andere Theorie ist, dass der Fokus von Microsoft sich immer mehr in Richtung Unternehmenskunden verlagert. Hier können nicht nur die teureren Windows 10 Pro-Lizenzen verkauft werden, sondern auch gleich Office-Pakete und Server-Lizenzen. In einem Unternehmensumfeld scheint Microsoft auch streng durchzugreifen, was die Einhaltung von Lizenzverträgen betrifft.

Auch, wenn manche Privatanwender Windows 10 für lau nutzen, sammeln sie dabei Erfahrung – und genau das ist für Microsoft wichtig. Das hört sich zwar etwas seltsam an, ist aber einfach zu erklären. Wenn User sich privat mit Windows 10 auseinandersetzen, fällt ein Upgrade auf Windows 10 für viele Unternehmen nicht mehr so schwer. Selbiges trifft (noch stärker) auf Office 365 zu.
Wenn Microsoft der Platzhirsch bleiben möchte, wird eine große Nutzerbasis benötigt. Ein zu hartes Durchgreifen würde also Privatanwender verschrecken, was Marktanteile für Konkurrenzprodukte freigeben würde. Und sollte sich eine Alternative zu Microsofts Produkten im Privatbereich durchsetzen, würde das die eigene Position im Unternehmensbereich schwächen.

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