Überspannungsschutz für die Steckdose – ist das sinnvoll?

Gerade im Sommer ist die Gefahr von Blitzschlägen hoch – ein Überspannungsschutz für die Steckdose bietet hier scheinbar Abhilfe. Doch kann ein simpler Blitzschutz zum Einstecken deinen Computer, die NAS oder einen Router vor dem Durchschmoren retten? Hier erfährst du, was du dazu wissen solltest.

Wie wirksam ist ein Blitzschutz wirklich?

Im Internet und in manchen Geschäften gibt es Blitzschutzgeräte für die Steckdose für kleines Geld. Oft stellt sich da die Frage: Kann so ein Ding einen Blitzschlag in unmittelbarer Nähe abwehren?

Halbwegs seriöse Hersteller geben an, welches Maß an Überstrom abgewehrt werden kann, doch diese Angaben liegen um ein Vielfaches unter der Energie eines Blitzes. Brennstuhl bietet auf Amazon beispielsweise eine Steckdosenleiste mit einem maximalen Ableitstrom von 19.500 Ampere an. Die Produktbeschreibung behauptet, die Steckdosenleiste würde „Schutz bei Gewitter, Blitzschlag, etc.“ bieten. Bei einem Blitzschlag in unmittelbarer Nähe wird allerdings weitaus mehr Energie frei – im Schnitt ca. 200.000 Ampere. Somit haben deine Elektrogeräte keine große Chance, den Einschlag zu überleben.

Überspannungsschutz dennoch sinnvoll

Es gibt dennoch Szenarien, in denen ein Überspannungsschutz Sinn macht. Transformatoren, wie Sie zum Beispiel in Leuchtstoffröhren benötigt werden, können beim Ausschalten kurzfristig eine Überspannung im Stromnetz produzieren. Anfällige Geräte können mit diesen Maßnahmen geschützt werden.

Ein Überspannungsschutz macht außerdem Sinn, wenn er als Teil eines „3-Stufen-Schutzes“ eingesetzt wird.
Die erste Instanz ist der Blitzableiter am Dach. Dieser leitet bei einem direkten Einschlag die Energie in den Boden.
Die zweite Stufe stellt ein Überspannungsableiter dar, der in den Stromverteiler integriert wird.
In dritter Instanz wird nun der Überspannungsschutz für die Steckdose schlagend. Er wehrt nun Überspannungen ab, die von den anderen zwei Instanzen nicht gänzlich unschädlich gemacht wurden.
Blitzableiter werden in der Regel beim Hausbau montiert, Überspannungsableiter sind aber bei weitem nicht in jedem Haus vorhanden.

Blitzschutz richtig umsetzen

Wenn du das Stromnetz im Haus entsprechend absichern möchtest, solltest du dich an einen Elektriker wenden. Dieser verfügt über das entsprechende Know-How und Qualifikation.

Ein sicheres Stromnetz alleine ist aber nur die halbe Miete: Auch über Telefonleitungen oder Koaxialkabel findet ein Blitz seinen Weg zu deiner EDV. Für Koaxialkabel und LAN- bzw. DSL-Kabel gibt es auch entsprechende Schutzprodukte, doch über deren Sicherheit kann man nur spekulieren.

Ein Kommentar

  1. Wir haben bereits einen Blitzableiter aber ich wusste nicht, dass man das auch mit Überspannungsableiter und -Schutz ergänzen kann. Das ist sehr sinnvoll, wenn man einen kompletten Blitzschutz haben möchte. Ich werde mich beim Elektriker noch weiter informieren. Vielen Dank für den interessanten Artikel!

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