Ein weißes Schloss vor Code auf schwarzem Hintergrund

Was weiß Google über mich?

Google steht regelmäßig wegen seines Datenhungers in der Kritik. Welche Daten erhoben werden und wie du sie einsehen kannst, erfährst du hier.

Eigene Daten von Google einsehen

Wenn du ein Android-Gerät benutzt, mit dem Chrome-Browser im Internet surfst und eine Vielzahl von Google-Services nutzt, wirst du vermutlich schockiert sein, wie stark sich dein Tagesablauf in deinem Google-Verlauf widerspiegelt.

Öffne history.google.com im Browser und melde dich mit deinem Google-Konto an. Hier werden dir chronologisch alle Aktivitäten aufgelistet, die irgendetwas mit deinem Google-Account zu tun haben.

Hier siehst du beispielsweise, welche Webseiten du besucht hast, nach welchen Dingen du gesucht hast und welche Dienste du genutzt hast.
Außerdem ist auf die Minute genau gespeichert, welche Apps du auf deinem Smartphone verwendet hast. Wenn du die Sprachsuche benutzt, kannst du dir deine Suchanfrage anhören.
Suchanfragen auf Google Maps werden übersichtlich aufgelistet, auch betrachtete Gebiete werden dargestellt. Anrufe und SMS scheinen ebenfalls auf – zwar nicht inhaltlich, aber dafür mitsamt Infos zum Gesprächspartner.

Durchschnittliche Nutzer kommen hier schnell auf 100 Einträge täglich, die ihr digitales Leben auf die Minute genau nachvollziehbar macht. Um 6:34 Uhr die erste Suchanfrage nach dem Wetter, um 6:45 WhatsApp geöffnet, um 6:54 die E-Mails gecheckt – und so weiter.
Gerade in der Einzelansicht wird klar, wie nachvollziehbar unser Denken und Handeln ist.

Ein kleiner Ausschnitt aus der Timeline gibt bereits Aufschluss über einige Gewohnheiten.

Dieser Teil meiner Accountaktivitäten entstand während der Fahrt zur Arbeit und ist eine Stelle, die möglichst wenig preisgibt. Was sich aber daraus ablesen lässt ist, dass ich eine Smartwatch und ein Android-Smartphone verwende, um 8:27 telefoniert habe und über Spotify Musik höre – und das ist nur ein 20-minütiger Ausschnitt eines einzigen Tages.

Gespeicherte Daten von Google herunterladen

Gemäß der Datenschutzgrundverordnung muss auch Google alle Daten bereitstellen, die über die Nutzer gespeichert sind. In diesem Fall hat sich der Online-Gigant dazu entschieden, die Account-Daten als ZIP-Datei zum Download anzubieten.

Welche Daten beinhaltet dieser Download?

Die ZIP-Datei beinhaltet unter anderem Informationen zu deinen Android-Geräten, deinem Such- und Surfverlauf von allen verbundenen Chrome-Browsern, deinen Standortverlauf und etwas offensichtlichere Daten wie deine Kontakte, Fotos oder den Inhalt deiner Google-Drive-Ablage.

Wie bekomme ich diese Daten?

Öffne die Seite takeout.google.com im Browser und melde dich mit deinem Google-Account an. Hier kannst du auswählen, welche Daten du herunterladen willst. Je größer die Menge an Daten ist, desto länger dauert natürlich die Vorbereitung und letztendlich auch der Download. Nachdem du alle gewünschten Dienste ausgewählt hast, scrolle nach unten und drücke auf »Weiter«.
Nun kannst du anpassen, in welchem Archivformat die Daten bereitgestellt werden sollen und wie groß die einzelnen Dateien sein dürfen. Außerdem kannst du auswählen, wie du dein Google-Archiv übermittelt haben möchtest.
Nach dem Klick auf »Archiv erstellen« heißt es warten. Google sammelt im Hintergrund alle deine Daten zusammen und informiert dich, wenn diese bereitstehen.

Woher stammen diese Daten?

Zugegeben, es ist nicht immer leicht, den Überblick über die eigenen Informationen bei Google zu behalten. Du solltest aber bedenken, dass alle diese Daten deswegen gesammelt werden, weil du Produkte und Dienstleistungen von Google nutzt und der Erhebung zugestimmt hast.

Durch die Verknüpfung von Browsern auf Desktop-Geräten, Tablets und Smartphones sowie deinem Standortverlauf kann man sich ein klares Bild zu deinen Gewohnheiten machen.
In deinem Account-Verlauf kannst du die Erhebung dieser Daten unterbinden und bereits gesammelte Informationen löschen. 
Behalte aber im Hinterkopf, dass jede Interaktion mit Google-Diensten ihre Spuren hinterlässt.

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