Zwei Jahre mit der WD MyCloud Mirror: das Résumé

Vor zwei Jahren habe ich mir eine WD MyCloud Mirror zugelegt. Die Gründe: Speicher wurde langsam knapp, ich begann, an mehreren Geräten zu arbeiten und die permanente Erreichbarkeit meiner Daten war mir ebenfalls wichtig – und vor allem günstig sollte die Lösung sein. Einige Zeit später und doch etwas schlauer weiß ich nun, was Western Digital mit seiner NAS-Lösung richtig gemacht hat und habe auch handfeste Gründe, warum ich nun stolzer Besitzer einer Synology Disk Station bin.

Die WD MyCloud – ein Für und Wider

Eines vorweg: Dieser Text spiegelt nur meine persönliche Meinung als Konsument wider – ist also rein subjektiv.

Als erstes: Warum habe ich mir genau so etwas angeschafft? Nun, wichtig waren vor allem die Kosten. Zugegeben: Der Preis für eine bereits bestückte WD MyCloud Mirror ist unschlagbar – die 6 TB-Variante gibt es aktuell auf Amazon um gut 300 €. Im Vergleich: 2 WD Red-Platten mit jeweils 3 TB kosten schon gut 220 €.
Der Preis passt also, jetzt muss nur noch die Leistung stimmen. Natürlich habe ich mich im Vorfeld informiert, aber die Meinungen gingen hierzu stark auseinander. Von „Einfach einstecken und loslegen“ bis „Total unbrauchbar“ war alles dabei. Heute weiß ich: Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.

Die guten Seiten der WD MyCloud Mirror

Die Behauptung „Einfach einstecken und loslegen“ stimmte schon einmal. Anstecken, starten, statische IP vergeben und einrichten – alles in kürzester Zeit erledigt. Netzlaufwerke verbunden, Daten aufgespielt, und tatsächlich: Funktioniert, wie es sollte.
Der Setup-Prozess ist leicht und verständlich, sodass auch (Halb-)Laien damit zurecht kommen sollten und das Web-Interface ist generell übersichtlich und einfach gehalten. Alle verfügbaren Optionen waren schnell durchgeklickt – nun ist klar, was das Ding alles (nicht) kann.

Zu den Fähigkeiten sei gesagt: Für eine kostengünstige und einfache NAS-Lösung kann man wirklich viel damit anstellen – sogar Apps installieren. Doch hier gerät man doch schnell an die Grenzen des Möglichen. Die Auswahl ist mehr als nur begrenzt und die Performance lässt zu wünschen übrig.

Auch gröbere Probleme blieben mir in den 2 Jahren mit der MyCloud meistens erspart. Ein täglicher Neustart dürfte dabei doch stark geholfen haben (die NAS hatte von Mitternacht bis 6 Uhr Feierabend). Denn im Internet wird immer wieder berichtet, dass die MyCloud nur mit regelmäßigen Neustarts zu gebrauchen sei. Dennoch traten immer wieder Probleme auf: Netzlaufwerke waren nicht erreichbar, die Performance stimmte nicht und das Web-Interface hatte ebenfalls seine Tücken.

Darum musste die WD-NAS weg

Der Hauptgrund war für mich die mangelhafte Hardware und die fehlende Unterstützung von Drittanbietern. Für einen Synology-User findet sich schnell eine passende Lösung, doch MyCloud-Nutzer schauen oft durch die Finger.

Hardwaremäßig war für mich enttäuschend, dass die NAS kein Video-Transcoding unterstützt und sogar manche Teile der Web-Oberfläche langsam sind – ein absolutes No-Go. Außerdem sind die Datenraten nicht unbedingt stabil – bei einer CPU-Auslastung gegen 100 % aber auch kein Wunder mehr. Ach ja, der RAM war ebenfalls immer gut gefüllt.

Auffällig war außerdem, dass WD manche Funkionen eher lieblos umgesetzt hat und auch die Dokumentation oft entsprechend „hilfreich“ oder stark veraltet war.

Was mich aber massiv stört, ist WDs Herangehensweise an Sicherheitslücken. Zu Beginn des Jahres stellte sich heraus, dass man sich mit Default-Zugangsdaten (natürlich Hardcoded, was denn sonst) Zugriff auf die meisten MyClouds verschaffen konnte. Auch andere Sicherheitsprobleme wurden publik gemacht, nachdem WD nicht angemessen reagierte.
Kleiner Fun-Fact: Bis heute ist es möglich, die Sprache des Interfaces über eine simple URL zu ändern. In meinem Test habe ich von einem Gerät im Netzwerk (ohne Zugangsdaten) die Systemsprache auf Korenisch gestellt.
Auf all diese Probleme hat man viel zu spät reagiert – mit dieser Meinung stehe ich bei weitem nicht alleine da.
Das zentrale Verkaufsargument von WD ist ja bis heute, dass die eigenen Daten in den eigenen vier Wänden absolut sicher sind. Mit Zugangsdaten, die fest im Betriebssystem der NAS integriert sind?

Der finale Grund, warum ich auf eine DiskStation umgestiegen bin, ist einfach der, dass ich auf der MyCloud „herausgewachsen“ bin. Stand zu Beginn noch ein zentraler Speicherort für meine Dateien im Vordergrund, sind jetzt die Prioritäten auf automatische Backups, Video-Streaming und Sicherheit gerichtet.

Wem kann ich die WD MyCloud empfehlen?

Für Einsteiger, die eine günstige NAS-Lösung suchen, ist das Gerät sicher nicht schlecht. Es bietet alle Grundfunktionen eines Netzwerkspeichers in einem übersichtlichen Interface. Wenn du nur mit ein paar Rechnern im Heimnetz auf deine Daten zugreifen willst, reicht die MyCloud aus. Power-User werden aber schnell auf die Grenzen der NAS stoßen.

Daher habe ich die NAS auch nicht wirklich entsorgt – meine Mutter freut sich jetzt über eine Speicherlösung mit weitaus mehr Möglichkeiten, als sie je nutzen wird.

Übrigens: Wenn du schon eine MyCloud Mirror hast, aber der Speicher zu klein wird, kannst du die Festplatten der NAS tauschen.

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